Brainspotting®

Was ist Brainspotting?


Brainspotting ist ein relativ neues und effektives Verfahren in der körper- und beziehungsorientierten Traumatherapie. Es zeigt sich nicht nur als wirkungsvoll bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen, sondern kann auch ein breites Spektrum an Beschwerden und Störungen positiv beeinflussen. Die Charakterisierung von Brainspotting als „neuropsychotherapeutisches“ Verfahren lässt sich durch mehrere Aspekte erläutern:


  1. Integration neurowissenschaftlicher Erkenntnisse: Es erfolgt eine systematische Reflexion und Einbeziehung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse in die therapeutische Praxis und Haltung.
  2. Fokus auf physiologisch-regulative Komponenten: Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der intensiven Arbeit mit physiologischen Reaktionen des Klienten.
  3. Multimodale Verfahren: Die Methode nutzt verschiedene, insbesondere visuelle, Techniken zur Lenkung von Aufmerksamkeit und Gedächtnis, um den therapeutischen Prozess zu unterstützen.


Brainspotting, das 2003 von Dr. David Grand, einem Psychoanalytiker aus New York, entdeckt wurde, entstand eher zufällig während einer Therapie mit einer 16-jährigen Eiskunstläuferin. Während sie sich in Zeitlupe an ihre Herausforderungen beim „triple loop“ erinnerte, scannte Grand ihr Gesichtsfeld und entdeckte einen bestimmten Punkt, den er „Brainspot“ nannte. An diesem Punkt zeigten sich intensive Körperreaktionen, und es entlud sich eine Flut traumatischer Erinnerungen.


Der Begriff „Brainspot“ bezieht sich auf die spezifische Augenposition im Gesichtsfeld, die bei der Aktivierung belastender Erlebnisse mit einer starken körperlichen Reaktion des Klienten einhergeht. Diese gezielte Augenfixierung unterstützt den inneren Dialog und den Abruf von relevanten Gedächtnisinhalten, wodurch die Verarbeitung von Stress und Trauma gefördert wird.


Der Brainspot wird durch das Scannen des Gesichtsfeldes ermittelt, wobei spontan Körperempfindungen, Bilder oder Gefühle auftreten können. Während dieser Aktivierung können unwillkürliche Reaktionen wie Blinzeln, Zuckungen oder Gähnen beobachtet werden. Die Fixierung auf den Brainspot ermöglicht einen intensiven „Selbstdialog“ im geschützten Rahmen der therapeutischen Beziehung, was die Integration belastender Erfahrungen und die Entwicklung von Regulationskompetenz unterstützt.

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